NASCAR Saison 1951 – Aufbruch zu neuen Grenzen

Ein wesentliches Erfolgskriterium für NASCAR war, das der Südosten der USA damit erstmals über eine eigene Sportart verfügte. Seit Jahrzehnten wünschte sich die Region eine große Arena. Aber es gab weder ein Baseball, Football oder Basketball Team im Südosten, das diese Arena hätte füllen können. Einzig die AAA (American Automobil Association), die Rennen der Indianapolis Open Wheeler seit 1902 ausrichtete, veranstaltet in diesem Gebiet einige wenige Meisterschaftsläufe. So wurde Bill France, und seine Grand National Serie, mit offenen Armen empfangen. 1949 und 1950 fanden insgesamt 27 Rennen auf 14 verschiedenen Strecken statt. Die westliche Grenze bildete ein 100 Meilen Rennen in Winchester, Indiana, aber Bill France war bestrebt, seine NASCAR Jungs, und die Rennserie, auch weiter im Westen einzuführen. Es gelang ihm, für die Saison 1951, Veranstalter in Kalifornien zu finden, die sechs Rennen zur Grand National Meisterschaft ausrichteten.

Im Frühsommer 1951 machte sich auch die Handelskammer von Detroit Gedanken, über einen eigenen Beitrag zur 250-Jahr Feier der Automobilstadt. Mitten im Stadtgebiet lag der Michigan State Fairground, und mitten in diesem Park lag ein 1-Meilen Dirt Track. Schnell war man sich einig, das ein Autorennen, offen für alle Marken, die in der Autostadt hergestellt werden, ein adäquater Beitrag wäre. Ein Fall für Bill France wurde mit der Planung und Ausführung beauftragt und entschied sich, passend zum Alter des Geburtstagskindes, für ein 250 Runden Rennen. Besonders die Hersteller, die dem Automobilsport bisher ablehnend gegenüberstanden, wurden von ihm besonders hofiert. Er appellierte gezielt an den Patriotismus der hier beheimateten Autofirmen. Seine Bemühungen wurden belohnt, als sich am 12. August 1951, ein Starterfeld mit 59 Wagen, aus 15 verschiedenen Marken, qualifiziert hatte. Nicht nur 16.352 Zuschauern, sondern viel wichtiger, die hochrangigen Männer aus den Chefetagen, sahen das Rennen. Der Rundenschnitt war durch die Teilnahme einiger unerfahrener „Werkswagen“ eher langsam, aber sein spannendes Finish, Tommy Thomson gewann mit einem riesigen Chrysler vor Curtis Turner, begeisterte alle. Die Artikel in der nationalen Presse, taten ein Übriges, um einige Herrschaften aus den Chefsesseln zum Umdenken zu bewegen.

Bill France und NASCAR startete 1951 eine neue Rennserie auf Short Tracks unter 0,5 Meilen Streckenlänge. Die „Late Model“ Serie war ein preiswerter Einstieg gedacht, weil hier nicht die aktuellen, sondern ältere Modellreihen an den Start gehen durften. Elf Rennen umfasste die neue Meisterschaft, und Roscoe „Pappy“ Hough wurde ihr erster Champion.

Marshall TeagueAuch während der Saison 1951 suspendierte und/oder bestrafte NASCAR eine Anzahl von Fahrern. Unter anderem auch das Gründungsmitglied und ersten Schatzmeister Marshall Teague. Der öffnete seinerseits die Türen für die direkte Unterstützung durch Automobilhersteller, indem er sich und sein Team an die Hudson Motor Co. verkaufte. Hudson unterstützte und finanzierte das FABULOUS Hudson Team mit Marshall Teague als Teamchef wie auch als Fahrer. Teague, dessen Rennambitionen auch Indianapolis beinhaltete, verlor alle seine Meisterschaftspunkte, weil er mitten in der Grand National Saison bei einem von der AAA (American Automobil Association) ausgeschriebenen Rennen teilgenommen hatte. Andere, denen das gleiche Schicksal beschieden war, waren Curtis Turner, Jack Smith, Bob Flock, Billy Carden, Ed Samples, Jerry Wimbish, und wie im Vorjahr, der erste NASCAR Champion, Red Byron.

Herb Thomas siegte 1951 in sieben Rennen, einschließlich dem zweiten Southern 500 in Darlington. Er wurde Grand National Champion, mit 146,2 Punkten Vorsprung, vor Fonty Flock, der aber immerhin ein Rennen mehr gewann.

Autor: Reiner Melching

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