Die 60er Jahre in der NASCAR

Rex White

1960 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Rex White Chevrolet 21164 40
2. Richard Petty Plymouth 17228 40
3. Bobby Johns Pontiac 14964 19 44 Rennen
4. Buck Baker Chevrolet 14674 37
5. Ned Jarrett Ford 14660 40

An 40 von 44 Rennen teilgenommen, nur 1 Rennen nicht unter den Top 20, 4 Rennen nicht in den Top 10, 10 Rennen nicht in den Top 5. Andersherum durchgezählt sind das 6 Siege, 19 x Top 5 und 10 x Top 10 Ergebnisse. So wird man zwangsläufig Grand National Champion. Rex White gelingt dieses Beispiel an Beständigkeit. Er übernimmt bereits nach 7 Rennen die Tabellenführung, und verteidigt sie bis zum Ende der Saison erfolgreich.


Ned Jarrett

1961 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Ned Jarrett Chevrolet 27272 46
2. Rex White Chevrolet 26442 47
3. Emanuel Zervakis Chevrolet 22312 38 52 Rennen
4. Joe Weatherly Pontiac 17894 25
5. Fireball Roberts Pontiac 17600 22

Ned Jarrett wird, auf dem Chevrolet von B.G. Holloway, mit nur einem einzigen Saisonsieg 1961 Grand National Champion. Selbst dem Vorjahresmeister Rex White bringen seine 7 Siege aufgrund mangelnder Beständigkeit nur den Vizetitel. Den dritten Platz holt der gebürtige Grieche Emanuel Zervakis. Der Versuch der Fahrer eine Art Gewerkschaft zu gründen, scheitert an der eigenen Unfähigkeit zum Kompromiss.


Joe Weatherly

1962 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Joe Weatherly Pontiac 30836 52
2. Richard Petty Plymouth 28440 52
3. Ned Jarrett Chevrolet 25836 52 53 Rennen
4. Jack Smith Pontiac 22870 51
5. Rex White Chevrolet 19424 37

Die ersten 3 der Saison 1962 haben in einem Jahr mit 52 Wochen an ebenso vielen Rennen teilgenommen. Bester dieser Gruppe ist Joe Weatherly, für Bud Moore auf einem Pontiac, weil er von Saisonbeginn an immer vorne mitfährt. Richard Pettys Aufholjagd zu Ende der Saison kommt etwas zu spät.


Joe Weatherly

1963 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Joe Weatherly Pontiac 33398 53
2. Richard Petty Plymouth 31170 54
3. Fred Lorenzen Ford 29684 29 55 Rennen
4. Ned Jarrett Ford 27214 53
5. Fireball Roberts Ford 22642 20

Im Gegensatz zum Vorjahr, wo er fest im Team von Bud Moore angestellt war, ist er in dieser Saison einer derer, die etwas abwertend, als „bumming riders“, herumlungernde Fahrer bezeichnet werden. Trotz der Tatsache, das er ohne festen Vertrag für insgesamt sieben Teams an den Start geht, kann er den Grand National Titel noch mal verteidigen. Trotz 14 Rennsiegen, muss sich Richard Petty, wie im Vorjahr mit Platz 2 begnügen.


Richard Petty

1964 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Richard Petty Plymouth 40252 61
2. Ned Jarrett Ford 34950 59
3. David Pearson Dodge 32146 61 62 Rennen
4. Billy Wade Mercury 28474 35
5. Jim Pardue Plymouth 26570 50

Bereits sieben Rennen vor Saisonende, steht Richard Petty als Grand National Champion fest, und das, obwohl er 5 Siege weniger feiern kann, als im Jahr zuvor. Doch die Saison ist überschattet, weil durch Unfälle von Vorjahreschampion Joe Weatherly, sowie Fireball Robert und Jim Pardue, drei Fahrer ihr Leben verlieren. So gewinnt Richard Petty den ersten von sieben Titeln, im schwärzesten Jahr der Nascar Geschichte.


Ned Jarrett

1965 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Ned Jarrett Ford 38824 54
2. Dick Hutcherson Ford 35790 52
3. Darel Dieringer Mercury 24696 35 55 Rennen
4. G.C. Spencer Ford 24314 47
5. Marvin Panch Ford 22798 20

Ned Jarrett holt mit 13 Siegen seinen zweiten Grand National Titel, aber der Ausschluss des Hemi-Motors von Chrysler, und die mangelnde Performance der Chevrolet Teams, hätte die Saison 1965 beinahe zu einem Ford Markenpokal verkommen lassen. Nach Ablauf von 33 Rennen hatte Bill France es eingesehen, ohne Chrysler, ohne Richard Petty wird Nascar zum Langweiler. Junior Johnson erklärt am Ende der Saison seinen Rücktritt als Fahrer, und wechselt auf die andere Seite der Boxenmauer, als Besitzer eines eigenen Teams.


David Pearson

1966 Wagen Punkte Starts Rennen
1. David Pearson Dodge 35638 42
2. James Hylton Dodge 33688 41
3. Richard Petty Plymouth 22952 39 49 Rennen
4. Henley Grey Ford 22468 45
5. Paul Goldsmith Plymouth 22078 21

David Pearson, ein neuer Champion, und ein neuer Star tritt 1966 ins Rampenlicht. Seit 1963 als Werksfahrer dem Cotton Owens Chrysler Team treu geblieben, musste er im Vorjahr, wie andere Chrysler Fahrer auch, mehr als die Hälfte der Saison als Zuschauer verbringen. Doch dieses Jahr übernimmt er früh die Tabellenführung, kann aber keinen entscheidenden Vorsprung erringen. So bleibt die Saison bis zum letzten Rennen spannend, weil insbesondere Markenkollege James Hylton, auch ohne einen Saisonsieg, durch beständig gute Ergebnisse immer in Schlagdistanz bleibt.


Richard Petty

1967 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Richard Petty Plymouth 42472 48
2. James Hylton Dodge 36444 46
3. Dick Hutcherson Ford 33658 14 49 Rennen
4. Bobby Allison Chevrolet 30812 46
5. John Sears Ford 29078 41

Eigentlich fahren in der Saison 1967 alle nur für Richard Petty. James Hylton bleibt seiner sieglosen Beständigkeit zwar treu, Dick Hutcherson nimmt nur an einem Bruchteil der Rennen teil, Bobby Allison holt 6 Siege, wechselt aber genauso häufig das Team, und John Sears bleibt nur der beste Ford Fahrer der Saison. Auch der Vorjahreschampion David Pearson überwirft sich, trotz guter Ergebnisse, mitten in der Saison mit seinem Arbeitgeber, und fällt als Konkurrent damit aus. So wird Richard Petty mit 27 Saisonsiegen, davon 10 hintereinander, zum «King Richard Petty».

1968 Wagen Punkte Starts Rennen
1. David Pearson Ford 3499 48
2. Bobby Isaac Dodge 3373 49
3. Richard Petty Plymouth 3123 49 49 Rennen
4. Clyde Lynn Ford 3041 49
5. John Sears Ford 3017 49

Ford war bestens vorbereitet. Im Vorjahr hatte man bereits mitten in der Saison David Paerson zum Holman-Moody Team gelockt, und nun stellten sie ihm mit dem Torino noch den passenden Wagen dazu bereit. Pearson und Richard Petty teilen sich brüderlich ihre 32 Siege, und geben ihren Konkurrenten nur 17 Rennen, um mal in die Victory Lane schauen. Doch genau diese 17 „freien“ Rennen sind es, die David Pearson seinen zweiten Gand National Titel sichern. Das Neue von Nascar geänderte Punktsystem, gibt Bobby Isaac die Möglichkeit, sich durch beständig gute Ergebnisse, zwischen die zwei großen P’s zu schieben.


David Pearson

1969 Wagen Punkte Starts Rennen
1. David Pearson Ford 4170 51
2. Richard Petty Ford 3813 50
3. James Hylton Dodge 3750 52 54 Rennen
4. Neil Castles Plymouth 3530 52
5. Elmo Langley Ford 3383 52

Die letzte Saison der 60er Jahre sieht Bobby Isaac fest entschlossen, es den zwei großen P’s zu zeigen. Aber ohne die Konstanz des Vorjahres, reichen seine 17 Siege nur zu Platz 6 der Abschlusstabelle. Pearson/Petty machen mal wieder Halbe-Halbe und teilen sich 11/10 Saisonsiege. Petty ist in dieser Saison extra auf Ford umgestiegen, punktet zuverlässiger als im Vorjahr, aber auch in diesmal hat David Pearson sein Ford-Logo immer ein Stück weiter vorne. Zumindest verhindern die Zwei, das sich in der Tabelle noch einmal jemand zwischen sie drängt.

dabei fällt mir ein…

Bob Welborn Ford Galaxie Ein Jahr hat 52 Wochen. Das ist auch in den 50er und 60er Jahren nicht anders gewesen, auch wenn ein Blick auf den 1964 Grand National Kalender etwas anderes vermuten lässt. 62 Rennen in einem Jahr, waren der Höhepunkt des Wahnsinns, der mit 56 Rennen 1956 seinen Anfang nahm. Nehmen wir mal den Kalender 1964, und versuchen ihn zu analysieren. Es waren 58 Rennen auf Ovalkursen und 4 Rennen auf Straßenkursen vorgesehen. Von den Oval Strecken waren 23 noch Naturbahnen (Dirt Tracks). Von der Streckenlänge betrachtet waren 25 Short Tracks (0,25 – 1,0 Meilen) und 10 SupersFamiliepeedways (über 1 Meile). Das Starterfeld variierte zwischen 12 und 46 Fahrzeugen, die Rennlänge zwischen 50 und 600 Meilen, und das Preisgeld zwischen 3.730 und 100.750 Dollar. Die Saison bestand also aus den sogenannten „major events“, Rennen an denen fast alle Werksteams teilnahmen, und den „minor events“ bei denen manchmal nur ein „Werksfahrer“ an den Start ging. Bob Welborn Ford Galaxie 1964 Am besten kann man sich die Situation vorstellen, wenn man die Kalender vom Winston Cup und dem Busch Grand National zu einer gemeinsamen Meisterschaft zusammensetzt. Die Busch Rennen sind kürzer, bringen weniger Preisgeld, und finden oft auf kleineren Strecken statt. Zusätzlich muss man sich noch vorstellen, das die Busch Rennen weniger Punkte bringen, als die Winston Cup Events. Klar, nur die größten Teams, wie das von Lee Petty oder Carl Kiekhaefer hatten ausreichen Wagen und Fahrer, um den größten Teil der Rennen bestreiten zu können, und so war es den vielen ortsansässigen Privatfahrern vergönnt, wenigstens bei den 100 Meilen Rennen um das Preisgeld mitzufahren. Vergessen wir nicht, Marvin Panch Familie Stock Car heißt Serienwagen, und sollte jeden in die Lage versetzen, sich ein Auto beim Händler zu besorgen, und mit kleinem finanziellen und materiellen Aufwand beim Grand National an den Start zu bringen. Ein zweiter Platz hinter einem „Werksfahrer“ bei einem der vielen 100 Meilen Rennen, brachte dann fast soviel, wie der neue Wagen gekostet hatte. Die Schlagzeilen der Presse gehörten am Ende der Saison ohnehin nicht dem, der die meisten Rennen im Jahr gewonnen hat, sondern denen, die bei den wichtigsten Events vorne fuhren. Erst mit der Einführung des Winston Cup, und der Kür eines entsprechenden Champions, besann sich NASCAR überhaupt der „alten Meister“, und begann sie in einer offiziellen Liste zu führen.

Autor: Reiner Melching

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