Die 50er Jahre in der NASCAR

Bill Rexford

 1950 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Bill Rexford Oldsmobile 1959 17
2. Fireball Roberts Oldsmobile 1894 9
3. Lee Petty Plymouth 1590 17 19 Rennen
4. Lloyd Moore Mercury 1398 16
5. Curtis Turner Oldsmobile 1376 16

Bill Rexford auf einem Oldsmobile von Julian Buesink wird mit 23 Jahren der bis heute jüngste Nascar Champion, vor Fahrergrößen wie Lee Petty und Vorjahresmeister Red Byron. Beiden Fahrern werden viele Punkte abgezogen, weil sie bei nicht von Nascar veranstalteten Rennen an den Start gegangen waren. Ohne den Abzug von 809 Punkten, wäre Lee Petty mit großen Vorsprung Champion geworden. Bill Rexford gewinnt 1950 ein Rennen, der einzige Sieg in seiner Nascar Karriere, und tritt 1953, im Alter von 26 Jahren, vom Motorsport zurück.


Herb Thomas

1951 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Herb Thomas Hudson 4209 34
2. Fonty Flock Oldsmobile 4062 34
3. Tim Flock Oldsmobile 3723 30 41 Rennen
4. Lee Petty Plymouth 2392 32
5. Frank Mundy Oldsmobile 1964 26

Nach 5 Siegen nach 15 Rennen scheint alles auf einen Durchmarsch von Marshall Teague auf Hudson hinzuweisen. Aber wie im Jahr zuvor schon Lee Petty, musste er erkennen, das die Gegner auf der Strecke, im Vergleich zum Nascar Boss Bill France, viel einfacher zu besiegen sind. Seine Starts bei nicht von Nascar sanktionierten Rennen ziehen den Ausschluss aus dem Grand National, und den Verlust aller Punkte nach sich. So ist es Herb Thomas, der mit Oldsmobile, Plymouth und Hudson, drei verschiedene Fabrikate an den Start brachte, vergönnt mit 7 Siegen den Grand National Titel zu holen.


Tim Flock

1952 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Tim Flock Hudson 6859 33
2. Herb Thomas Hudson 6753 32
3. Lee Petty Plymouth 6499 32 34 Rennen
4. Fonty Flock Oldsmobile 5184 29
5. Dick Rathman Hudson 3952 27

Die persönliche Fehde des in Daytona geborenen Marshall Teague, mit dem zugereisten, reichgewordenen Bill France ist eine eigene Geschichte wert, der sich irgendwann mal jemand annehmen muss. So ist auch 1952 der eigentlich überlegene Marshall Teague nicht bereit sich Bill France zu beugen, und Tim Flock füllt die entstandene Lücke mit seinem Ted Chester Hudson. Er nutzt die Chance, und wird nicht nur mit 8 Saisonsiegen, sondern auch mit dem Grand National Titel belohnt. Auch finanziell beginnt es sich für die Fahrer auszuzahlen, denn die Automobilfirmen fangen an, zusammen mit lokalen Sponsoren, die Preisgeldtöpfe in erheblich Maße zu aufzufüllen.


Herb Thomas

1953 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Herb Thomas Hudson 8460 37
2. Lee Petty Dodge 7814 36
3. Dick Rathman Hudson 7362 34 37 Rennen
4. Buck Baker Oldsmobile 6713 33
5. Fonty Flock Hudson 6174 32

12 Saisonsiege und nur 6 Ankünfte nicht in den Top 10, führen ganz zwangsläufig zum zweiten Grand National Titel für Herb Thomas auf Hudson. Lee Pettys Wechsel von Plymouth zu Dodge bringt nicht den erhofften Titelgewinn, aber immerhin die Vizemeisterschaft.


Lee Petty

1954 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Lee Petty Chrysler 8649 34
2. Herb Thomas Hudson 8366 34
3. Buck Baker Oldsmobile 6893 34 37 Rennen
4. Dick Rathman Hudson 6760 32
5. Joe Eubanks Hudson 5467 33

Nach den Plätzen 4, 3 und 2 in den Jahren 1951, 1952 und 1953 war eigentlich klar, das der kommende Grand National Champion nur Lee Petty heißen konnte. Auf seinem eigenen Chrysler holt er 7 Siege, ist 17 mal unter den Top 5, und 8 mal unter den Top 10. Das Nascar Urgestein und Patriarch der Petty Rennfahrerfamilie gewinnt in dieser Saison seinen ersten von drei Grand National Titeln. Reichten Herb Thomas im Vorjahr 12 Saisonsiege zum Titel, ist die selbe Anzahl 1954 nur noch für die Vizemeisterschaft gut.


Tim Flock

1955 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Tim Flock Chrysler 9596 39
2. Buck Baker Oldsmobile 9088 42
3. Lee Petty Chrysler 7194 42 45 Rennen
4. Bob Welborn Chevrolet 5460 32
5. Herb Thomas Chevrolet 5168 23

Trotz seines Titelgewinns 1952 war Tim Flock nach vielen Streitereien mit Nascar in der Saison 1953 und der Disqualifikation zum Auftakt der Saison 1954, vom aktiven Rennsport zurückgetreten. Doch in diesem Jahr kehrt er zurück, und zeigt, das er nichts verlernt hat. Mit einer rekordverdächtigen Zahl von 18 Siegen und 14 Zielankünften unter den Top 5, holt er sich seinem zweiten Grand National Titel. Auch Lee Petty, der bis zum 33. Rennen die Tabelle angeführt hatte, ist gegen den vom Bootsmotorenhersteller Mercury gesponserten Chrysler Tim Flocks ohne Chance.


Buck Baker

1956 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Buck Baker Chrysler 9272 48
2. Herb Thomas Chevrolet 8586 48
3. Al Thompson Chrysler 8326 42 56 Rennen
4. Lee Petty Dodge 8324 47
5. Jim Paschal Mercury 7878 42

Nach einem eher durchwachsenen Saisonstart auf einem Ford, wechselt er zum Team von Carl Kiekhaefer, und gewinnt auch gleich sein Debütrennen für die neue Mannschaft. Herb Thomas, der die Tabelle angeführt hatte, musste nach einem schweren Unfall 4 Rennen vor Saisonende verletzt zusehen, wie Buck Baker den Grand National Titel nach Hause fährt.


Buck Baker

1957 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Buck Baker Chevrolet 10716 40
2. Marvin Panch Ford 9956 42
3. Al Thompson Chevrolet 8580 38 53 Rennen
4. Lee Petty Oldsmobile 8528 41
5. Jack Smith Chevrolet 8464 40

Das die Vorjahresmeisterschaft nicht nur dem Verletzungspech der Konkurrenz, sondern zuallererst der eigenen Leistungsfähigkeit zu verdanken war, beweist Buck Baker, indem er als erster Nascar Fahrer, seinen Grand National Titel verteidigen kann. Unterstützt von General Motors, bringt er mit seinen Chevrolet in dieser Saison 10-mal als Erster ins Ziel.

Lee Petty

1958 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Lee Petty Oldsmobile 12232 50
2. Buck Baker Chevrolet 11586 44
3. Al Thompson Chevrolet 8792 38 51 Rennen
4. Lloyd Rollins Ford 8124 29
5. Jack Smith Chevrolet 7666 39

Nach Herb Thomas, Tim Flock und Buck Baker holt auch Lee Petty nun seinen zweiten Grand National Titel. Seit 1949 dabei, hat er in jeder Saison bis dato einen Platz unter den Top 5 der Abschlusstabelle erreicht. Seine konstant guten Ergebnisse in dieser Saison kann auch Vorjahreschampion Buck Baker nicht übertrumpfen, und so gibt Lee Petty die Tabellenführung ab dem 5. Rennen nicht mehr ab.


Lee Petty

1959 Wagen Punkte Starts Rennen
1. Lee Petty Plymouth 11796 42
2. Cotton Owens Pontiac 9962 37
3. Al Thompson Chevrolet 7684 29 44 Rennen
4. Herman Beam Chevrolet 7396 30
5. Buck Baker Chevrolet 7170 35

Die letzte Saison der 50er Jahre sieht Lee Petty auf Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit. Er gewinnt das erste Daytona 500 auf dem neu erbauten 2,5 Meilen Oval, und gibt auch diesmal die einmal erreichte Tabellenführung bis zum Ende nicht wieder ab. Der Familienpatriarch weiß, das Erfolg nicht ewig ist, und unterstützt aktiv das Aufgehen eines neuen Sterns am Nascar Himmel. Sein Sohn Richard zeigt bei seinen 21 Saisonstarts sein Potential, und erreicht einen 15. Platz in der Abschlusstabelle zum Grand National.

dabei fällt mir ein…
1927 - Sunbeam Den Strand von Daytona Beach für Rennveranstaltungen zu nutzen, ist keine Erfindung von Bill France, sondern die Fortsetzung ähnlicher Henry Seagrave Sunbeam 1927 Aktivitäten, die schon 1904, mit dem Rekordversuch von William K Vanderbilt auf einem Benz begannen. Der erste auch international anerkannte Rekordversuch gelang dem Amerikaner Fred Marriot am 23. Januar 1906 mit 121,57 mph (196 km/h) auf einem Stanley Dampfwagen. Eine kilometerlange, gerade Küstenlinie und der harte, topfebene Henry Seagrave Golden Arrow 1929 Sand, den das ablaufende Wasser bei Ebbe freigibt, boten ausreichend Anlauf, und Bremslänge für Rekordsversuche von Landfahrzeugen. Am 29. März 1927 schaffte der Engländer Henry Seagrave auf einem zweimotorigen Sunbeam, als Erster, die 200 mph Grenze zu knacken, und sicherte sich den Rekord für Landfahrzeuge mit 203,79 mph (328 km/h). Nur ein Jahr später1929 - Golden Arrow war es sein Landsmann Malcolm Campbell mit dem „Bluebird“, der ihm Malcolm Campbell Bluebird 1931 den Rekord mit 206,96 mph (333 km/h) abjagte. 1929 war dann Henry Seagrave wieder an der Reihe, und er setzte die Marke mit seinem „Golden Arrow“ auf 231,44 mph (373 km/h), um ihn 1931 wieder an Malcolm Campbells „Bluebird“ zu verlieren, der den Wert auf 246,09 mph (396 km/h) schraubte. Seagrave wechselte aufs Wasser, um dort mit Motorboten Malcolm Campbell Bluebird 1933 auf Rekordjagd zu gehen, und so war es nun Campbell allein vergönnt die Rekorde zuerst 1932 auf 253,97 mph (409 km/h), und 1933 auf 272,47 mph (439 km/h) zu schrauben, um ihn 1935 letztendlich auf 276,71 mph (445 km/h) festzusetzen. Der Strand von 1931 - Blue BirdDaytona war den Anforderungen durch die immer höher werdenden Geschwindigkeiten nicht mehr gewachsen, und so zogen die Rekordfahrer auf den Salzsee von Bonneville im Malcolm Campbell Bluebird 1935 Bundesstaat Utah um. Daytonas Strand wurde nun Tummelplatz von furchtlosen Privatfahrern, die mit manchmal haarsträubenden Eigenbauten, jedes Jahr hier ihre „Speedweeks“ abhielten.

Nachsatz des Verfassers:
Für ihre Verdienste um England, wurden dem Major Henry Seagrave und Captain Malcolm Campbell vom englischen König Georg V der Adelstitel verliehen. Zum Glück ist Bill France gebürtiger Amerikaner, und der Welt ist ein „Sir Bill France“ erspart geblieben.

Autor: Reiner Melching

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