ASA Stock Cars 1973 – 2004

Mark Martin war 1986 in der ASA unterwegs. © John BettsMark Martin war 1986 in der ASA unterwegs. © John Betts

Die American Speed Association ASA wurde 1968 in Pendleton, Indiana gegründet. Die zentrale Verwaltung kam allerdings nach Daytona Beach, Florida. In der ASA gab es zunächst drei Klassen: eine Late-Model-Serie, die identisch mit den Late Models in den Rennserien der ARCA, IMCA, USAC und NASCAR war, eine Sprint-Car-Serie und eine Serie für Fullsize Stock Cars.

Die ASA National Stock Cars unterschieden sich von den Fahrzeugen im NASCAR Winston Cup, der IMCA New Model Stock Cars, den USAC National Stock Cars und in der ARCA Permatex Serie. Chassis und Karosserien ähnelten den Late Models und alle Modelle, egal ob Thunderbird oder Monte Carlo, hatten ein anderes Design als die Fahrzeuge in den o.g. Serien. NASCAR, USAC und ARCA veranstalteten ihre meisten Rennen im Süden und Südwesten der USA, die IMCA im Norden und Mittelwesten. ASA überlagerte die Mitte dieser Regionen, allerdings mit dem Fokus Richtung Mittelwesten.

Autogrammkarte vom zweifachen Meister Gary St. AmantAutogrammkarte vom zweifachen Meister Gary St. Amant

Die Rennen der größeren Serien wurden von NBC, CNS, TNN oder ESPN im Fernsehen übertragen. Die Rennen der ASA von 1991 bis 2004 vom Sender Nashville Network. Durch geänderte Übertragungsrechte gab es ab 1994 auch ASA Rennen live zu sehen auf TNN, 1999 über CBS, ab 2001 auf MTV Network und zuletzt auf Speed Channel.

Nicht nur äußerlich unterschieden sich die ASA National Stock Cars z. B. von den Fahrzeugen im NASCAR Winston Cup, sondern auch unter dem Alublech. Bereits Mitte der 1980er Jahre wurden in der ASA günstigere 6-Zylinder Motoren verwendet und ein Großteil der Technik stammte aus Serienfahrzeugen. Motoren mit Benzin-Einspritzung wurden bereits lange in der ASA gefahren, im Gegensatz zur NASCAR, wo bekanntlich noch bis 2011 mit der veralteten Vergasertechnik gefahren wurde.

Unter der Führung von Steve Dale wollte man die ASA Rennorganisation interessanter und vielfältiger gestalten. Die Rechte an der US Pro Late Model Serie wurden von der ASA übernommen, ebenso wie die Southern Modified Auto Racing Teams (SMART) Serie und die Serie Speed Truck Challenge von der Westküste. Somit hatte man, ähnlich wie NASCAR alle Klassen des Stock-Car-Sports in einer Organisation mit Fullsize Stock Cars, Modifieds, Sprint Cars, Late Models und einer Truck Serie. Die ASA Trucks waren eine Short-Track-Serie an der Westküste, mit kurzem Radstand und Karosserien aus Fiberglas.

Für die Saison 2004 wurde das althergebrachte Design der Stock Cars geändert. Die Sponsoren kamen auf die Türen und dafür die Startnummern auf die hinteren Kotflügel. Gegen Mitte der Saison gab es erhebliche finanzielle Probleme in der ASA-Organisation. Geplante Rennen wurden wieder abgesagt und Liveübertragungen gestrichen. Noch während der Fahrerbesprechung des «Aaron 99» auf dem Charlotte Motor Speedway am 14. Oktober wurden Fahrer und Teams darüber informiert, dass die ASA keine Gelder und Siegprämien mehr nach dem Rennen zahlen konnte. Der Betreiber des Charlotte Motor Speedway wollte daraufhin zunächst sämtliches Equipment und alle Fahrzeuge der ASA National Stock Car Serie beschlagnahmen. Das Unternehmen Speedway Motorsports und die Teams verständigten sich darauf, dass das Rennen und auch ein letztes Rennen am 29. Oktober 2004 auf dem Atlanta Motor Speedway noch durchgeführt werden sollte.

Paul Dallenbach im Jahr 2000 auf dem I-70 Speedway. © Jay BonvouloirPaul Dallenbach im Jahr 2000 auf dem I-70 Speedway. © Jay Bonvouloir

Die ASA National Stock Car Serie wurde danach eingestellt. Die ASA-Organisation selbst wurde unter neuer Führung von Dennis Huth weitergeführt mit den Klassen der: ASA Speed Truck Challenge Serie, Professional Autosports Challenge, ASA Intermountain Pro-4 Challenge, Southern Modified Race Tour und der ASA North West Sprint Car Serie. Von der NASCAR wurde die Modified Serie übernommen und dort als NASCAR Southeast Whelen Modified Tour wieder aufgenommen. Die Late-Model-Klasse wurde an Ron Varney verkauft, der die Serie zwar unter dem Namen ASA weiterführte, aber eigenständig war, zur Abgrenzung führte man bei den Late Models ein neues Logo ein.

Die ASL American Stockcar League übernahm die Rechte an den National Stock Cars und hatte vor, die Serie weiterzuführen. Nach bereits 4 Rennen in der Saison 2005 wurde das Programm jedoch wieder eingestellt.

Die erste Stock-Car-Rennserie in Europa war im Jahr 2001 die ASCAR Mintex Serie (später SCSA), die in England auf dem Rockingham Speedway und in Deutschland auf dem Eurospeedway fuhr. Manche Fans dachten irrtümlich dass die Fahrzeuge aus dem NASCAR Winston Cup kamen, aber die Chevrolet Monte Carlo, Ford Taurus und Pontiac Grand Prix waren alle ehemalige Fahrzeuge aus der ASA National Tour.

Champions der ASA National Stock Cars:

1973 Dave Sorg

1974 Mike Eddy

1975 Rodney Combs

1976 Mike Eddy

1977 Rodney Combs

1978, 1979, 1980 Mark Martin

1981, 1982 Mike Eddy

1983 Rusty Wallace

1984, 1985 Dick Trickle

1986 Mark Martin

1987, 1988 Butch Miller

1989 Mike Eddy

1990 Bob Senneker

1991, 1992 Mike Eddy

1993 Johnny Benson

1994 Butch Miller

1995 Brian Reffner

1996 Tony Raines

1997 Kevin Cywinski

1998 Gary St.Amant

1999 Tim Sauter

2000 Gary St.Amant

2001 Johnny Sauter

2002 Joey Clanton

2003, 2004 Kevin Cywinski

Pat Schauer aus Watertown, Wisconsin verunglückte 1981 tödlich auf dem Winchester Speedway. Zu diesem Zeitpunkt der Saison führte er die Rookie of the Year Wertung an und in Erinnerung an ihn trug diese Wertung seitdem seinen Namen.

Pat Schauer Memorial Rookies of the Years:

1976 Larry Schuler

1977 Mark Martin

1978 Alan Kulwicki

1981 Pat Schauer

1982 Harold Fair

1983 Muttly Kurkowski

1984 Ken Lund

1986 Kenny Wallace

1987 Ted Musgrave

1988 Robert Pressley

1989 Scott Hansen

1990 Johnny Benson

1991 Tim Fedewa

1992 Steve Holzhausen

1993 Randy McDonald

1994 Dave Sensiba

1995 Rick Beebe

1996 Kevin Cywinski

1997 Steve Carlson

1998 Jimmie Johnson

1999 Rick Johnson

2000 Joey Clanton

2001 Johnny Sauter

2002 David Stremme

2003 Reed Sorenson

2004 Brett Sontag

Zahlreiche bekannte Fahrer starteten ihre Karriere in der kleineren ASA um danach in die größeren Serien der NASCAR oder ARCA zu wechseln. Darunter Kyle Busch, Darrell Waltrip, Adam Petty, Jim Sauter, Johnny Benson, Dick Trickle, Scott Wimmer oder Mark Martin. Weitere bekannte Namen finden sich bei den Champions und der Wertung Rookie of the Year. Spätere Champions im NASCAR Winston Cup bis in den Sprint Cup waren ebenfalls darunter wie Matt Kenseth, Alan Kulwicki, Darrell Waltrip und natürlich Jimmie Johnson.

Autogrammkarte des insgesamt siebenfachen Meisters Mike Eddy.Autogrammkarte des insgesamt siebenfachen Meisters Mike Eddy.

Die ASA National Rennen wurden auf folgenden Rennstrecken veranstaltet:

Atlanta Motor Speedway, Berlin Raceway, Brainerd International Raceway, Cayuga Speedway, Chicago Motor Speedway, Columbus Motor Speedway, Elko Speedway,

Hawkeye Downs Speedway, Heartland Park, Houston Motor Speedway, I-70 Speedway, Illiana Motor Speedway, Indianapolis Raceway Park, Irwindale Speedway, Jennerstown S, LaCrosse State Fairgrounds, Mansfield Motorsport Speedway,

Milwaukee Mile, Minnesota State Fair, Mosport Park, Music City Motorplex, Peach State Speedway, Pikes Peak International, Pontiac Silverdome, Rae City Speeday Calgary (Kanada), Salem Speedway, Southern National Speedway, Toledo Speedway, Tri-City Speedway, USA International Speedway, Winchester Speedway und Wisconsin International Raceway.

Die ASA Organisation selbst besteht noch heute und weitere neue Serien wie die ISCARS kamen hinzu. Im Jahr 2007 gab es Kontakte zu Gibbs Racing und Testfahrten mit einem Toyota Camry. Dennis Huth, der neue Manager der ASA, dachte daran wieder ein National Stock Car Serie in der ASA zu aktivieren. Seither gab es allerdings keine weiteren Aktivitäten in diese Richtung.

Autor: Thomas F. Lutz

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