Lost Tracks – Occoneechee Speedway

Die Start-/Zielgerade des Speedways heute. (Foto: John Shadle, CC)Die Start-/Zielgerade des Speedways heute. (Foto: John Shadle, CC)Der Occoneechee Speedway wurde am 05. Mai 1947, noch vor der eigentlichen Gründung der NASCAR Organisation in Hillsborough, North Carolina eröffnet und war damit einer der ersten permanenten Rennstrecken für Stock Cars.Das 0,9 Meilen Oval entstand aus einer ehemaligen Pferderennstrecke, die der Grundstückbesitzer Julian S. Carr mit einer Länge von 0,5 Meilen in den Jahren (vor 1938) zuvor angelegt hatte. Benannt wurde die Rennstrecke nach den Occoneechee Indianern, einem Stamm der Saponi Indian Nation, die im 16. Jahrhundert in dieser Gegend gelebt hatten.
Bill France Sr. war der Kurs, etwas außerhalb der Stadt, beim Überfliegen der Region mit seinem Flugzeug aufgefallen. Die genaue geographische Lage der Rennstrecke war unter den Koordinaten N36°04´06´´ W 79°05´10´´ zu finden, unter der Anschrift 320 Elizabeth Brady Road, Hillsborough, North Carolina 22278.
Am 07. August 1949 fand das erste Occoneechee 200 auf dem Dirt Track, also einem nicht aspahltierten Kurs statt, Sieger wurde Bob Flock auf einem Oldsmobile Super 88. In den frühen Jahren des Bestehens der Rennstrecke dominierten die Flock Brothers Fonty, Bob und Tim die Rennen der Stock Cars auf diesem Kurs. Die erste Frau auf der Strecke kam bereits im Frühjahr 1949 nach Hillsborough mit Louise Smith. In den nächsten Jahren nahmen so bekannte Größen wie Fireball Roberts, Ned Jarrett, Richard Petty und Junior Johnson an Rennen auf diesem Kurs teil. Die Rennstrecke wurde im Jahr 1954 in Orange Speedway umbenannt und die NASCAR-Rennen danach unter den Namen Orange 100 und Hillsboro 150 ausgetragen.
Nach einigen Streitigkeiten mit religiösen Vertretern wegen der Unruhe um die Rennstrecke und beim den Rennveranstaltungen beendete Bill France Sr. nach dem Hillsboro 150 am 15. September 1968 die Zusammenarbeit mit dem Orange / Occoneechee Speedway zugunsten eines neuen Kurses bei Birmingham, Alabama. Der neue Kurs, seither bekannt als der Talladega Superspeedway übernahm die Veranstaltungen und in Hillsborough fanden nie mehr Rennen statt.
Die Strecke verwilderte im Laufe der Jahrzehnte und wuchs mit Pinien und anderen Gewächsen zu, obwohl die Tribünen und Treppen noch weiterhin existierten. Das Gelände ist Heute im Besitz der Classical American Preservation Trust sowie der Preservation of North Carolina. Im Jahr 2003 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Speedways der schöne öffentliche Historic Occoneechee Speedway Trail über 3 Meilen Länge angelegt und das Areal in das National Register of Historic Places of North Carolina aufgenommen.
Aus einem bekannten Speedway, auf dem in 19 Jahren u.a. 32 NASCAR-Rennen ausgetragen wurde so nicht nur ein „inactiv track“ sondern auch ein kleines Naherholungsgebiet, über den wohl nie mehr Stock Cars mit ihren V8 Motoren donnern werden.

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Autor: Thomas F. Lutz

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