Lost Tracks – Raleigh Speedway

Lange Geraden, kurze Kurven. Das besondere Streckenprofil des Raleigh Speedway blieb der US-Rennszene nur knappe 15 Jahre erhalten.

Der Raleigh Speedway 1954Titelseite des Programmhefts von 1954.

Herb Thomas 1954Herb Thomas 1954Unter den Fans hatte der Raleigh Speedway den Spitznamen «Dixie Speedway». Der Kurs war das zweite gebaute 1-Meilen-Oval der NASCAR, nach Darlington und lag nördlich der Stadt Raleigh im Wake County North Carolina.

Die Eröffnung der Rennstrecke, noch unter dem Namen «Southland Speedway», fand im Juli 1952 mit einem 200-Meilen-Rennen der AAA Indy Cars statt, das von Troy Ruttman gewonnen wurde. 1953 wurde die Rennstrecke in Raleigh Speedway umbenannt und war die erste Strecke, die mit Scheinwerfern ausgestattet wurde, um Rennen bis in die Nachtstunden fahren zu können.

Der Raleigh Speedway, Spitzname «The Paper Clip», hatte ein lang gezogenes Streckenlayout mit zwei kurzen Kurven von 150m Länge und zwei langen Geraden über 560 Meter. Die beiden langen Geraden hatten keine, die Kurven eine Überhöhung von 16 Grad.

Rennveranstaltungen der NASCAR Grand National Series fanden von 1953 bis 1958 auf dem Oval statt und die Rennen der Modified Sportsman Series wurden als Weekly Races auf der Infield Strecke gefahren. Die Rennen der Grand National Serie, «Raleigh 250» und «Raleigh 300», fanden in den Jahren 1953 und 1954 am Memorial Day und von 1956 bis 1958 jeweils am Unabhängigkeitstag (Independence Day) statt.

Die Stock Car Rennen auf dem Raleigh Speedway:

30.05.1953 – “Raleigh 300” Fonty Flock auf ´53 Hudson Hornet

29.05.1954 – „Raleigh 250“ Herb Thomas auf ´54 Hudson Hornet

20.08.1955 – Herb Thomas auf ´55 Buick Century

30.09.1955 – Fonty Flock auf ´55 Chrysler 300

04.07.1956 – “Raleigh 250” Fireball Roberts auf ´56 Ford Victoria

04.07.1957 – “Raleigh 250” Paul Goldsmith auf ´57 Ford Fairlane

04.07.1958 – “Raleigh 250” Fireball Roberts auf ´57 Chevrolet Impala

Highlights:

Beim «Raleigh 300» 1953 startete Fonty Flock von der letzten Position aus und konnte trotzdem das Rennen gewinnen. Ebenfalls in diesem Rennen dabei war sein Bruder Tim Flock, der seinen Rhesusaffen «Jocko» im Auto mitfahren ließ. Jocko konnte sich während des Rennens von seinem Sicherheitsnetz befreien und sprang im Auto hin und her. Dabei hob der Affe das «trap door» an, eine Klappe mit der der Fahrer den Zustand des rechten Vorderreifens kontrollieren konnte. Während der Fahrt bekam der Rhesusaffe einen Kieselstein an den Kopf und erschrak dermaßen, dass er nicht mehr zu beruhigen war. Tim Flock musste, in der Führungsrunde liegend, an die Box kommen, um den Affen aus dem Auto nehmen zu lassen, wodurch er am Ende nur noch Rang 8 erreichte.

Programmheft des 1954er NASCAR-Rennens mit Curtis Turner und Junior Johnson.Programmheft des 1954er NASCAR-Rennens mit Curtis Turner und Junior Johnson. Programmheft des 1958er Rennens.Programmheft des 1958er NASCAR-Rennens auf dem Raleigh Speedway.

Im Dezember 1953 führte der Autohersteller Nash einen 24-Stunden-Dauertest für das neue Modell Nash Metropolitan durch. Ein Wagen erreichte dabei eine 24-Stunden-Durchschnittsgeschwindigkeit von 98 km/h. Der Benzinverbrauch lag bei 35 Meilen pro Gallone im Dauertest.

An allen NASCAR-Grand-National-Rennen auf dem Raleigh Speedway nahmen die Fahrer Lee Petty, Speedy Thompson, Buck Baker und Jim Paschal teil. Buck Baker absolvierte die meisten Runden und Fireball Roberts hatte die meisten Führungsrunden (334). Die beste Rennstatistik erzielte Herb Thomas mit 6 Starts immer in den Top10, bei einer Pole Position und 5 Starts aus den Top 5. Er konnte sich fünf Top-5-Endplatzierungen erfahren und siegte 1954 und 1955.

Nach Eröffnung des Daytona International Speedway wurden die Rennen am Independence Day dort ausgetragen. Aufgrund großer Beschwerden der Anwohner in der Nähe des Raleigh Speedways, wurde die Strecke geschlossen und im Jahr 1967 abgerissen. Auf dem ehemaligen Renngelände entstand der «Seaboard Industrial Park». Ein Großteil des Geländes wurde der Natur überlassen und ist heute von Wald überwuchert.

Autor: Thomas F. Lutz

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